FOLGEANALYSE
1. Auf welche Frage geht der Vorschlag ein?
Griechenland nimmt an der Open Government Partnership (OGP) teil, ohne über ein institutionalisiertes Multi-Stakeholder-Forum (MSF) zu verfügen, wie es die OGP Participation & Co-Creation Standards 2022 vorschreiben. Diese Abwesenheit führt zu: die Unfähigkeit, die nationalen Aktionspläne wirksam mitzugestalten, der Mangel an institutionellem Raum für die Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft und die Verfahrensüberprüfung, der das Land bereits unterzogen wurde.
2. Warum ist es ein Problem?
Griechenlands zeitlose Erfahrung mit OGP stellt eine wiederkehrende "Umsetzungslücke" zwischen Verpflichtungen und Ergebnissen dar. Das Fehlen eines ständigen Dialogmechanismus behindert die Überwachung der Umsetzung, schwächt die Rechenschaftspflicht und untergräbt das Vertrauen zwischen Staat und Bürgern. Ohne MSF werden nationale Aktionspläne einseitig konzipiert und bauen nicht auf der kollektiven Intelligenz der Zivilgesellschaft auf.
3. Für wen ist es?
Der Vorschlag betrifft das Ministerium für digitale Governance (nationaler Vertreter Griechenlands im OGP), andere Ministerien und öffentliche Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen, die sich für Fragen der offenen Governance engagieren oder daran interessiert sind, akademische Einrichtungen und Forschungseinrichtungen, journalistische Vereinigungen, technologische Gemeinschaften, Jugendorganisationen und schutzbedürftige Gruppen sowie alle Bürgerinnen und Bürger.
4. Internationale Erfahrung
Der Vorschlag stützt sich auf evidenzbasierte internationale Praktiken: das italienische Modell (22 MSF-Mitglieder, institutionalisiert seit 2022), den finnischen Ansatz (über 100 Mitglieder Netzwerkmodell) und die estnische digitale Führungsrolle.
5. Erwartete Ergebnisse
Es wird erwartet, dass die Einrichtung des MSF den Anforderungen der OGP entspricht und die verfahrenstechnische Bewertung aufhebt, eine ständige Institution der Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft schafft, die Qualität der nationalen Aktionspläne durch gemeinsame Gestaltung verbessert und schließlich die Rechenschaftspflicht und das Vertrauen der Bürgerstaaten stärkt.
6. Rechtlicher und institutioneller Rahmen
Griechische Rechtsvorschriften:
- Gesetz 4727/2020 über die digitale Governance (Regierungsanzeiger, Reihe I, Nr. 184/23.9.2020)
- Gesetz 4622/2019 – Exekutivstaat: Organisation, Arbeitsweise und Transparenz der Regierung (Government Gazette, Series I, No 133, 7.8.2019) – regelt unter anderem die öffentliche Konsultation über opengov.gr
- Gesetz 4624/2019 - Schutz personenbezogener Daten (DSGVO-Anwendung)
- Gesetz 3861/2010 — Programm „Diavgeia“
- Gesetz 4305/2014 – Offene Verfügbarkeit öffentlicher Daten
Europäischer Rahmen:
- Verordnung (EU) 2016/679 – Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
- Verordnung (EU) 2024/1689 – Gesetz über künstliche Intelligenz
- Richtlinie (EU) 2019/1024 – Offene Daten
- OECD-Empfehlung zu Open Governance (2017)
OGP-Standard:
- OGP Partizipation undamp; Co-Creation Standards (2022)
- OGP Multi-Stakeholder Forum Handbuch
- Leitlinien des Nationalen Aktionsplans der OGP
Dieser Vorschlag erfordert keine Rechtsvorschriften. Das multilaterale Forum kann im Einklang mit der internationalen Praxis durch einen Ministerbeschluss oder ein Ministerratsgesetz eingerichtet werden (z. B. Italien: MSF-Verordnung Juli 2022, Spanien: Ministerbeschluss HFP/134/2018, Australien: Leistungsbeschreibung 2024).
7. Vergleich internationaler Modelle
| Land | Größe von MSF | Institutionelle Grundlagen | IRM-Bewertung | Wichtigste Innovation |
| Italien | 22 (11+11) | Verordnung 2022 | Positiv | Breitere Gemeinschaft von mehr als 100 Mitgliedern |
| Australien | 18 (9+9) | Leistungsbeschreibung | Positiv | Chatham House Regel in geschlossenen Sitzungen |
| Finnland | Netzwerk 100+ | Nationale Strategie | Positiv | Dual-Struktur-Modell, Open Government Academy |
| Estland | Variable | E-Governance-Rahmen | Positiv | Vollständige digitale Integration |
| Vereinigtes Königreich | ~20 | Strukturierter MSF | Mäßig | Vierteljährliche Hybrid-Sitzungen |
| Spanien | ~30 | Finanzministerium Beschluss 2018 | Mäßig | Integration auf mehreren Ebenen (national/regional/lokal) |
Wichtige Lektionen für Griechenland:
- Ausgewogene Darstellung (50-50) ist ein gemeinsamer Nenner in allen erfolgreichen Modellen
- Schrittweise Skalierung (klein → groß) ist machbar und empfehlenswert
- Regelmäßige Anwesenheit von Regierungsvertretern ist kritisch (Australische Lektion)
- Die Existenz eines gemischten Sekretariats stärkt das institutionelle Gedächtnis
8. Folgenabschätzung
Positive Auswirkungen:
- Reaktion auf OGP-Verpflichtungen und mögliche Aufhebung der Verfahrensbewertung
- Schaffung eines dauerhaften institutionellen Raums für den Dialog zwischen Staat und Zivilgesellschaft
- Verbesserung der Qualität der nationalen Aktionspläne durch gemeinsame Gestaltung
- Stärkung des institutionellen Gedächtnisses und der Kontinuität der Politik der offenen Regierung
Durchführungskosten:
- Minimale direkte Kosten: Das Vorhaben beruht auf freiwilliger Beteiligung und bestehender Infrastruktur.
- Zeit der Beamten: geschätzte Mittelbindung ~2-4 Stunden/Monat pro Mitglied
- Sekretariatsunterstützung: geschätzter Bedarf an 0,5-1 Vollzeitstellen
Risiken:
- Nichtbeantwortung von Regierungsstellen auf Sitzungen (gemessen anhand von Abgeordneten und politischer Präsenz)
- Mittelfristiger Mangel an Sekretariatsmitteln (gemindert durch schrittweise Eskalation und freiwillige Unterstützung)
- Typische Funktion ohne wesentlichen Einfluss (gemessen durch öffentliche Fortschrittsberichte und IRM-Bewertung)